Aktionswochen gegen Antisemitismus in Mecklenburg Vorpommern – warum, wieso, weshalb?

Nahezu zeitgleich mit der Präsentation des Berichts des Unabhängigen Expertenkreis Antisemitismus veröffentlichte die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern eine Antwort auf eine kleine Anfrage bzgl. antisemitischer Übergriffe in Mecklenburg-Vorpommern. Die Statistik zeigte für 2016 einen neuen Höchstwert: 39 antisemitisch motivierte Straftaten, die bei den Ermittlungsbehörden angezeigt und von den Ermittlungsbehörden als antisemitisch eingestuft wurden. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen. Trotz mind. 3 antisemitischer Straftaten pro Monat in Mecklenburg-Vorpommern fristet der Themenkomplex „Antisemitismus“ noch immer ein Nischendasein. Antisemitismus ist jedoch ein gesamtgesellschaftliches Problem, wie auch der Bericht des Expertenkreises konstatierte.

Umso notwendiger erscheint es uns in Mecklenburg-Vorpommern das Thema konsequent zu bearbeiten und immer wieder „aufs Tableau zu heben“, sodass eine kritische Auseinandersetzung mit Antisemitismus im Alltag möglich ist.
Insbesondere junge Menschen kennen Antisemitismus ausschließlich aus dem Schulunterricht und den Geschichtsbüchern. Dass antisemitische Ressentiments jedoch nach wie vor en vogue sind und Antisemitismus ein brandaktuelles Problem, wird von Lehrkräften häufg nicht erkannt und behandelt. Daher wollen wir an so vielen „jugendlichen Orten“ in MV wie möglich Veranstaltungen zum Thema anbieten, in Diskussionen kommen, neue Horizonte öffnen.

Der Bund deutscher PfadfinderInnen Mecklenburg Vorpommern wurde 2009 als gemeinnütziger Verein gegründet und ist ein Zusammenschluss von unabhängigen, selbstverwalteten und emanzipatorischen Jugendclubs, Orten, Kulturräumen und Gruppen und daher der direkte Draht zu den Orten jugendlicher Selbstverwaltung und offenen Kulturräumen. Als BDP MV ist der Verein im bundesweiten Zusammenschluss BDP organisiert.

Context | Bausteine für historische und politische Bildung e.V. bietet die fachliche Expertise und Erfahrungen im Bereich der politischen Bildung. Der gemeinnützige Verein – mit Hauptsitz in Rostock – wurde 2011 gegründet, um die kritische Auseinandersetzung mit Ideologien der Ungleichwertigkeit wie Antisemitismus, Antiziganismus und Rassismus in Geschichte und Gegenwart zu fördern. Neben Vermittlungsangeboten zur nationalsozialistischen Geschichte widmen sich die Bildungsangebote aktuellen Erscheinungsformen von Diskriminierung und Verfolgung von Minderheiten im regionalen, nationalen und internationalen Kontext.